Das geheime Wissen der Veden

Das geheime Wissen der Veden

Neuer Beitragvon Laura Rost am Mo 8. Jun 2009, 18:46

Wenn man heute von den Veden liest, dann verbergen sich viele Mythen und Vorstellungen damit. Gerade wer etwas tiefer in das Yoga einsteigt, wird sich irgendwann auch mit den Veden befassen wollen.

Das Wort Veda (Mehrzahl Veden), das im Sanskrit zunächst einfach Wissen bedeutet, bezeichnet die heiligen Schriften des Hinduismus.

Bei den Veden handelt es sich um eine große Menge unterschiedlicher Texte, die nicht wie die Bibel in einem Buch zusammengefasst sind, und in einer großen Zeitspanne durch mündliche Überlieferung entstanden sind.

Wissenschaftler haben sich bemüht die Veden zu datieren und in Gruppen einzuteilen:
Ca. 1200 v. Chr. – 900 v. Chr.: Rigveda, Samaveda, Yajurveda, Atharvaveda
Ca. 800 v. Chr. – 600 v. Chr: Brahmanas und Aranyakas
Ca. 700 v. Chr. – 500 v. Chr.: Upanishaden

Die ältesten Texte der Veden, am bedeutsamsten ist hier das Rigveda, sind in Versform verfasst und für den heutigen Leser nicht einfach zu verstehen. Sie enthalten Hymnen, Lieder und beschreiben Opfer an Götter und Rituale.

Für den Leser heute besser verständlich und zugänglicher sind die später entstandenen Upanishaden (wörtl.: „sich um (den Lehrer) herum setzen“). Diese Veden sind tatsächlich spirituelle Texte und in ihnen blitzt viel lebendige Weisheit und Inspiration hervor.

Es ist interessant in diesem Zusammenhang etwas näher auf das Weltbild der Menschen in der Entstehungszeit der Veden einzugehen. Die Inder kannten viele Götter, insgesamt kennt der Vedismus 33 Götter, die jeweils Naturgewalten zugeordnet sind und bestimmte Attribute und Eigenschaften haben.

Die Gesetze und Ordnung der vedischen Welt werden sehr eindrucksvoll erklärt, angefangen beim Schöpfergott Brahma, der die Welt erschafft in einem endlosen Zyklus aus Zerstörung und Wiederentstehung, bis hin zum Ziel des Mensch durch Erleuchtung sich vom ewigen Zyklus der Wiedergeburten zu befreien.

Hier leuchtet aus den Veden heraus, dass es keine Trennung zwischen Gott und der Schöpfung sowie zwischen dem Individuum und allem Sein gibt. Eine Besonderheit der vedischen Kultur ist, dass man die Götter, die man verehrte, durch Feuerrituale zu besänftigen versuchte. Dazu wurden Feuerstellen gebaut und man gab mit einem Löffel Ghee ins Feuer. Die Veden geben genaue Anleitung darüber, wie sich Rituale vollzogen.

Die Mantras, die wir heute singen, stammen meist aus den Veden, die eine Huldigung oder Besänftigung an die vedischen Götter waren. Der Leser wird sich nun fragen, warum die Veden für uns heute noch interessant sind, enthalten sie doch auf den ersten Blick Erkenntnisse über die damalige Weltordnung? Was macht also ihre Faszination heute aus?

Die tiefere Bedeutung der Veden wurde erst im 20. Jahrhundert von einem Mann Namens Sri Aurobindo in seinem Werk „Das Geheimnis des Veda“ entschlüsselt. Er fasst als erster zusammen, dass die Götter und ihre Funktionen nur Chiffren sind, um bestimmte innere Erfahrungen des Menschen auszudrücken. Die Sprache in den Veden wurde sogar bewusst verschlüsselt, um Nicht-Eingeweihten den Zugang zu dem Wissen der Weisen zu verschließen. Man muß sich immer vor Augen halten, dass viele geheime Yoga-Praktiken erst auf der Grundlage philosophischer Schriften wie der Veden im Lauf des 20. Jahrhunderts entschlüsselt wurden.

Die Veden sind heute eine Quelle universellen Wissens. Gerade in unserer Zeit, wo alle Lebensbereiche durch moderne Errungenschaften durchdrungen sind, suchen viele Menschen wieder nach einem älteren Wissen und einer Lebensweise, die mehr den Naturgesetzen folgt.

Praktische Anwendung finden die Veden heute z.B. im Ayurveda, das den Begriff Veden ja schon in seinem Wortlaut enthält. Es geht um die Lehre von der gesunden Lebensweise im Einklang mit den vedischen Gesetzen, z.B. Ernährung, Pflanzenheilkunde und Klangtherapie.

In der vedischen Architektur geht es um Bauen und Wohnen im Einklang mit den Naturgesetzen und die vedische Astrologie befasst sich mit den Einflüssen aus dem Kosmos und der Planeten auf das Leben des Menschen. Physiker erkennen heute in den Veden Parallelen zu den neuesten Erkenntnissen der Quantenmechanik.
Laura Rost
 
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