Yoga ist ein umfassendes System des Lebens, daher gab es von Anfang an auch Richtlinien zur Ernährung, die von den Meistern gelehrt wurden. Diese Richtlinien behalten auch heute für viele Menschen, die Yoga praktizieren, ihre Gültigkeit. Dass Yogis eine indisch-vegetarische Ernährung bevorzugen ist den meisten von uns bekannt, aber welche weiteren Prinzipien sind für unsere Ernährung wichtig?
Ein wichtiges Prinzip im Yoga besteht darin, die ursprüngliche Einheit von Körper, Geist und Seele wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wenn wir uns gesund ernähren, dann wird nicht nur der Körper stark und gesund sondern auch die Psyche wird davon profitieren. Was und wie wir essen hat Einfluss auf unser ganzes Leben.
Die Erhaltung und Wiederherstellung der Lebensenergie im Körper ist ein wichtiger Aspekt des Yoga. Durch die Aufnahme von nährstoffreichen, wertvollen Nahrungsmitteln wie Gemüse, Obst und Hülsenfrüchte wird der Energiebedarf am besten gedeckt. Im Gegensatz zu industriell gefertigten Lebensmitteln enthalten sie noch viel wertvolle Sonnenenergie, die direkt vom Körper aufgenommen wird.
Ein wichtiges Prinzip des Yoga ist Gewaltlosigkeit und Respekt gegenüber allen Kreaturen, auch Tieren. Daraus ergibt sich eine vegetarische Ernähungsweise für den Yogi. Das Prinzip der Achtsamkeit spielt auch bei der Ernährung eine Rolle. So sollte beispielsweise immer in ruhiger und bewusster Atmosphäre gegessen werden.
Die Lehre der drei Gunas spielt im Yoga eine wichtige Rolle und sie wird auch gerne im Zusammenhang mit der Ernährungslehre genannt. Die indische Philosophie benennt drei Kräfte, aus denen sich die Urmaterie speist. Tamas ist Trägheit, Rajas ist Unruhe und Rastlosigkeit und Sattya Klarheit, Güte und Harmonie. Besonders der Konsum von Alkohol, Zigaretten, Medikamenten und Fertiggerichten, aber auch bestimmten Gemüsesorten, Pilzen und Zwiebeln sind schädlich, da sie tamasig sind, also den Körper träge machen. Scharfe, bittere, saure oder salzige Speisen, Zucker und Weißmehl, Kaffee und schwarzer Tee sind rajasig und können Aggressivität fördern und sollten deshalb in der Ernährung des Yogi keine Verwendung finden.
Sattwig bringt unseren Geist in einen Zustand von Ausgeglichenheit und Ruhe. Wir fühlen uns lebendig und der Energiefluss im Körper wird angeregt. Zu den bevorzugten Nahrungsmitteln zählen Vollkorngetreideprodukte, Hülsenfrüchte, Tofu, Gemüse, Obst, Milch und Milchprodukte. An Getränken sind Säfte, Kräutertees und Wasser zu bevorzugen.
Wer täglich oder regelmäßig Yoga praktiziert wird bald die Signale seines Körpers wahrnehmen und öfter zu Lebensmitteln greifen, die sein körperliches und geistiges Potenzial steigern.