Gemüse ist einer der Hauptbestandteile der Ernährung des Ayurveda, die eine sinnvolle Ergänzung zum Yoga sein kann. Dabei wirken sich die unterschiedlichen Gemüsearten jeweils verstärkend oder schwächend auf die Dosha Typen aus. Der folgende Artikel soll einen kurzen Überblick darüber geben, welche Gemüsesorten im Ayurveda häufig verwendet werden und was für Auswirkungen diese haben.
Die Unterscheidung nach kalten und warmen, sowie feuchten und trockenen Nahrungsmitteln, wie sie laut den Ayurveda Ernährungsregeln praktiziert wird, gilt auch für Gemüse. Dabei kommt es nicht nur auf die Gemüseart an, sondern häufig auch auf deren Reifegrad oder die Art der Zubereitung. Verschiedene Gemüse können, je nach Kombination mit anderen Zutaten, unterschiedliche Auswirkungen auf die drei Doshas haben, wirken auf die eine oder andere Weise hemmend oder anregend. Die folgende Liste von Gemüsen ist nicht vollständig, bietet aber einen Überblick über die in der Ernährung des Ayurveda häufig verwendeten und besonders wirkungsvollen Gemüsesorten.
Bohnen
Dieses Gemüse gilt in der Ayurveda Ernährung als appetitanregend und soll auch gleichzeitig Vata verursachen. Allerdings gilt das nicht für alle Bohnensorten, denn die Kletterbohne beispielsweise soll sich förderlich auf Kapha auswirken und dabei Pitta reduzieren.
Erbsen
Laut den Ernährungsregeln des Ayurveda, gelten Erbsen auf der einen Seite als stärkendes Gemüse, das Energie liefert, auf der anderen Seite können sie aber, wenn sie in großen Mengen verzehrt werden, Vata erzeugen. Dieses Gemüse wird deshalb nur in eingeschränktem Maße für Vata Typen empfohlen.
Gurke
Die Gurke ist, laut dem Ernährungssystem des Ayurveda, kalt uns süß. Dadurch wirken Gurken nicht nur harntreibend, sondern auch appetitanregend und verdauungsfördernd.
Außerdem sollen die kühlenden Eigenschaften dieses Gemüses dazu beitragen, die Körperwärme zu reduzieren.
Karotten
Besonders interessant bei diesem Gemüse ist, dass der Karotte in der Ernährungstradition des Ayurveda, im Gegensatz zur westlichen Meinung, eine ungünstige Wirkung auf die Augengesundheit zugeschrieben wird. Laut Ernährung des Ayurveda hat die Karotte scharfe und bittere Eigenschaften, die die Pitta Energie anregen sollen.
Kichererbsen
Kichererbsen gelten in der Ernährung des Ayurveda als leicht und kühlend und sollen sich besonderes positiv auf Pitta und Kapha Typen auswirken.
Kohl
Kohl hat laut der Ernährung des Ayurveda eine reduzierende Wirkung auf alle drei Doshas. Dieses Gemüse gilt als schwer, süß und kalt und soll außerdem eine heilende Wirkung bei Atemwegserkrankungen, insbesondere Asthma haben.
Kokos
Kokos gilt als süß und nahrhaft und wird in der Ernährung des Ayurveda oft als Würzmittel verwendet, da die positiven Eigenschaften besonders dann zum Tragen kommen, wenn Kokos in warmen Speisen verwendet wird.
Linsen
Linsen haben eine kalte, süße und zusammenziehende Wirkung. Laut den Ernährungsregeln des Ayurveda sollen Linsen besonders für Pitta und Kapha Typen gut sein. Dieses Gemüse eignet sich gut als Basis für vegetarische Hauptgerichte, aber auch als Beilage und ist aus vielen indischen Gerichten nicht weg zu denken.
Okraschoten
Okraschoten gelten nicht nur in der Ernährungstradition des Ayurveda als Energiespender. Sie sollen einen positiven Einfluss auf das Liebesleben haben und machen sich sowohl als Gemüsebeilage gut, als auch in Pfannengerichten und Currys.
Laut der Ernährung des Ayurveda haben besonders die jungen und zarten Okras eine herausragende Wirkung.
Rettich
Auch in westlichen Ländern ist bekannt, dass Rettichgemüse eine positive Wirkung bei allen Halserkrankungen hat und keimabtötend und desinfizierend wirkt. Laut der Ernährung des Ayurveda ist dieses Gemüse scharf und heiß und fördert alle Doshas gleichermaßen.
Tomaten
Tomaten gelten als blutreinigend und sollen eine angenehme Wirkung bei Magenproblemen haben. Allerdings wird im Ayurveda davon abgeraten, zu viele Tomaten zu sich zu nehmen. Laut Ernährung des Ayurveda sollen Tomaten fiebersenkende Eigenschaften haben.
Zwiebeln
In der Ernährungsweise des Ayurveda gelten Zwiebeln als schwer und heiß, wodurch dieses Gemüse ein Zuviel an Vata regulieren kann. Neben der positiven Wirkung, die Zwiebeln auf Kapha Typen haben soll, hat dieses Gemüse auch scharfe Eigenschaften, die Pitta vermehren können.
Grundsätzlich lässt sich die Ernährung des Ayurveda gut mit Yoga vereinbaren, da die meisten Grundsätze mit denen der yogischen Ernährungslehre übereinstimmen. Vorsicht geraten sei allerdings bei besonders scharfen Speisen, die für yogagerechte Ernährung normalerweise nicht in Frage kommen. Insbesondere die warmen, süßen Gerichte aus der Ernährung des Ayurveda sind aber auch für Yogis zu empfehlen, da sie leicht und trotzdem energiereich sind und eine positive und ausgleichende Wirkung auf Geist und Körper haben.