Es gibt verschiedene Motivationen für das Fasten, sowohl gesundheitliche als auch religiöse oder spirituelle. Im Folgenden geht es darum, welche Fastenarten es gibt und auf welche Weise man es ausführen kann.
Fasten kann in verschiedenen Formen durchgeführt werden. Es kann sich dabei um eine verminderte Nahrungsaufnahme handeln, oder sogar den völligen Verzicht auf Speisen und Getränke.
Fasten kann religiös motiviert sein. In fast allen Religionen gibt es vorgeschriebene Tage oder Wochen im Jahr, währende derer bestimmte oder auch alle Lebensmittel gemieden werden.
Im Judentum gibt es mehrere Fastentage, an denen jeweils einen ganzen Tag lang auf jegliche Nahrung verzichtet wird. Jom Kippur ist ein Beispiel dafür, der höchste jüdische Feiertag nach dem Schabbat. An diesem Tag ist nicht nur Fasten in Bezug auf Nahrung Pflicht, auch Baden und jegliche Körperpflege, das Tragen von Lederbekleidung, und sexuelle Kontakte sind an Jom Kippur tabu.
Im Christentum sind insbesondere die 40 Tage vor Ostern als Fastenzeit bekannt. Meist wird in dieser Zeit jedoch nur auf bestimmte Lebens- beziehungsweise Genussmittel verzichtet und nicht mehr die strenge Variante des Fastens, der komplette Verzicht auf Nahrung, ausgeführt. Als Fastentage gelten unter anderem auch Aschermittwoch und Karfreitag, die ebenfalls in die erwähnten 40 Tage fallen, sowie streng genommen jeder Freitag, an dem viele, insbesondere katholische Gläubige, zumindest auf Fleisch verzichten.
Im Islam wird während des Ramadan gefastet. Innerhalb dieses Zeitraums, der etwa einen Monat umfasst, ist es Gläubigen nur erlaubt, nach Sonnenuntergang zu essen. Tagsüber müssen sie Fasten und damit auf jegliche Nahrung verzichten. Einzig Kinder, Schwangere und Kranke sind von dieser Regelung ausgenommen.
Heilfasten ist einen Form von Fasten, die nicht religiös motiviert ist. Hierbei geht es darum, einen bessere Gesundheit oder ein gesteigertes Wohlbefinden zu erlangen. Beim Heilfasten geht es darum, der Verdauung einen Ruhepause zu gönnen und dem Körper die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu reinigen.
Zusätzlich hat Fasten aber auch eine geistige Wirkung. Im System des Raja Yoga gehört Fasten zu den Grundlagen und wird praktiziert, um Willen und Geist zu stärken. Man kann sich das Fasten hierbei als eine Art Training für den Geist vorstellen: Will man seine Muskeln trainieren, dann gibt man ihnen immer schwere Gewichte, um sie zu stärken, will man den Geist stärken, dann gibt man ihm immer schwierigere Aufgaben zum bewältigen.
Aus welchen Gründen man auch immer Fasten möchte, wichtig ist es einige Regeln einzuhalten.
Es gibt bestimmte Menschen, denen vom Fasten dringend abzuraten ist. Dazu gehören Kinder, Schwangere, kranke Menschen, insbesondere solche, die unter einer Essstörung leiden und Krebskranke, Menschen mit Schilddrüsenüberfunktion, sowie Typ-1-Diabetiker.
Längeres Fasten, also länger als drei Tage, muss unbedingt unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. Gut ist es an Tagen zu fasten, an denen man viel Ruhe hat, also beispielsweise am Wochenende oder im Urlaub.
Vollständiges Fasten bedeutet, auf jegliche feste und flüssige Nahrung zu verzichten. Das heißt auch auf Säfte oder Suppen. Wasser hingegen sollte in großen Mengen aufgenommen werden, da es den Organismus während des Fastens reinigt und hilft Giftstoffe auszuschwemmen.
Unterstützend beim Fasten wirken bestimmte Asanas, die eine reinigende Wirkung haben. Dazu gehören beispielsweise der Drehsitz oder die Zange und allgemein alle Yoga Übungen, die die Organtätigkeit anregen.
Wichtig ist es außerdem, alle körperlichen Anstrengungen zu vermeiden. Leichte körperliche Betätigung während der Fastenkur ist aber zu empfehlen. Sehr gut sind beispielsweise Spaziergänge, da die frische Luft dem gesamten Organismus zu gute kommt und reinigend wirkt.
Besonders wichtig für einen erfolgreiche Fastenkur sind auch die Vor - beziehungsweise Nachbereitungstage.
Mindestens zwei Tage vor Beginn der eigentlichen Fastenzeit, wird damit begonnen weniger zu essen. Auf besonders schwere, fettreiche Nahrung und Genussmittel wird komplett verzichtet. Viele schwören auch auf die Darmentleerung als Fastenvorbereitung, die mittels verschiedener Abführmittel, wie Glaubersalz, oder einem Einlauf erfolgen kann.
Will man das Fasten beenden, ist es sehr wichtig, sich an bestimmte Abläufe zu halten und nur langsam wieder mit dem Essen zu beginnen. Am ersten Tag sollten ausschließlich rohe oder gedünstete Früchte gegessen werden. Am zweiten Tag darf zusätzlich zum Obst noch rohes Gemüse verzehrt werden. Der dritte Tag nach Ende der Fastenkur bereichert den Speisezettel mit gedünstetem Gemüse, das allerdings nicht gewürzt werden sollte und welches am fünften Tag durch Getreide, beispielsweise Reis, ergänzt werden darf. Nach dem fünften Tag darf dann wieder normal gegessen werden, doch sollte man versuchen, ungesunde Gewohnheiten abzulegen und etwa auf Tee, Kaffee, Alkohol, Fleisch und zu fette Nahrung zu verzichten.
Zum Reduzieren des Gewichtes ist Fasten übrigens weniger geeignet. Sicherlich verliert man während der Fastentage das eine oder andere Kilo. Diese kommen aber normalerweise schnell zurück, wenn man sich wieder normal ernährt. Fasten kann aber hilfreich sein, wenn man die Ernährung umstellen möchte. Durch die ungewohnte Enthaltsamkeit kann der Körper sich anschliessend einfacher auf neue Situationen einstellen, der Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel kann geringer sein und man hat sich allgemein besser unter Kontrolle.
Für gesunde Menschen kann Fasten also sehr empfehlenswert sein, insbesondere um den Geist zu stärken. Bei Kranken ist allerdings Vorsicht geboten, und im Allgemeinen ist eine Absprache mit einem Fachmann vor Beginn der Fastenzeit anzuraten.