Formen von Meditation

Formen von Meditation

Neuer Beitragvon Shiguri am Fr 28. Aug 2009, 13:19

Es gibt viele verschieden Meditationsformen und Meditationstechniken. Einen ersten Überblick soll dieser Artikel verschaffen.

Meditation kommt vom Lateinischen meditatio was so viel bedeutet wie „zur Mitte ausrichten“ oder „das Nachdenken über“, und wird in vielen unterschiedlichen Kulturen und Religionen ausgeübt.
Das Meditation in den fernöstlichen Religionen eine Rolle spielt, ist vielen bekannt, aber auch in der christlichen Tradition ist das Meditieren von Bedeutung.
Im Hinduismus, Buddhismus und Jainismus wird die Meditation eingesetzt um die Erleuchtung zu erfahren oder das Nirwana zu erreichen.
Im christlichen und jüdischen Glauben und im Islam wird versucht, durch verschiedene Formen von Meditation Gott näher zu sein.

Doch wie kann man sich die verschiedenen Meditationsfomen nun vorstellen?
Zunächst einmal kann man die Arten von Meditation grob in zwei Gruppen einteilen, zum Einen die aktive Mediation, die körperliche Bewegung und teilweise auch lautes Sprechen oder Rezitieren beinhaltet und zum Anderen die passive Meditation, die im Stillen und sitzend praktiziert wird, wobei letztere Form wohl die bekanntere sein dürfte.

Die aktiven Meditationsformen kennen jeweils verschiedene Techniken, mit denen der erwünschte Zustand erreicht werden kann.
Einen der bekanntesten ist wohl Yoga, wobei hier die Meditation durch die verschiedenen Asanas, Fasten und Atemtechniken unterstützt wird. Vorstufen der Meditation (Dhyana) werden im Raja Yoga beschrieben, nämlich das Zurückziehen der Sinne (Pratyahara) und die Konzentration (Dharana)
Überraschen wird vielleicht, das auch einige Kampfkünste als Formen der Meditation angesehen werden können. So werden beispielsweise im Judo, Akido oder beim Karate durchaus auch Meditationspraktiken geübt.
Im Zen-Buddhismus werden Meditationsformen in ganz unterschiedlichen Tätigkeiten ausgeübt. Beispiel hierfür sind die Teezeremonie ( Sadó) oder auch die Zengartengestaltung.
Auch Tantra ist eine Form der aktiven Meditation, die ihre Ursprünge eigentlich im Hinduismus und Buddhismus hat. Heutzutage ist allerdings eher einen Form von Neo-Tantra bekannt, die im Grund wenig mit dem Original zu tun hat und eher sexualtherapeutische Aspekte aufweist.
Die Geh-Meditation ist sowohl in christlichen, als auch in fernöstlichen Traditionen bekannt.
Tanzen kann als eine Vorbereitung zur stillen Mediation genutzt werden. Der Derwisch-Tanz der Suffis ist ein Beispiel dafür. Er befreit den Geist von Gedanken und körperlicher Zentriertheit und schafft somit gute Bedingungen für die folgende passive Meditation.
Aktive Meditationsformen werden oft durch Musik oder rhythmische Klänge unterstützt. Im Christentum sind das vornehmlich Choräle oder das Rosenkranzgebet, im Buddhismus und Hinduismus die Mantras.

Die Transzendentale Meditation ist einen Technik der passiven Meditationsformen, die seit den 1950er Jahren weltweit Anklang findet. Hierbei wird ein Bewusstseinszustand angestrebt, der tiefe Stille bei zeitgleicher erhöhter Wachheit verspricht. Allerdings kann diese Meditationsform ausschliesslich in Kursen der Transzendentalen Meditations Organisation (TM-Organisation) gelernt werden.
Die Stille - oder Ruhemeditation wird insbesondere im Christentum angewendet. Bei dieser Meditationsform gibt es unterschiedliche Schritte, die zu Gott führen sollen. Beginnend mit der lectio, dem Studium der Schriften, über die oratio, dem Gebet, folgt die meditatio, die wiederholte, gegenständliche Betrachtung, die dann in der contemplatio mündet, in welcher die Gedanken ruhen sollen. Das Ziel dieser Mediationsform ist es, einen Bewusstseinszustand zu erlangen, bei dem das normale Tagesbewusstsein und der meditative Zustand gleichzeitig erfahren wird.
Bei der Form der Achtsamkeits- oder auch Einsichtsmeditation sitzt der Meditierend in einer aufrechten Haltung und versucht vollkommen im Hier- und Jetzt zu sein, ohne dabei an körperliche, geistige oder emotionale Angelegenheiten zu denken. Diese Meditationsform hat als Ziel, eine spirituelle, transzendente Erfahrung zu machen, bei der sich jede Dualität auflöst.
Zuletzt sei noch die Konzentrationsmeditation genannt, eine Form der Meditation, bei der der Übende sich auf eine bestimmte Sache, beispielsweise seinen Atem oder auch ein Mantra, konzentriert. Durch diese Konzentration wird der alltägliche Gedankenfluss ausgeschaltet, was zu einer Beruhigung und Entspannung des Geistes führt. Bekannte Formen dieser Meditation sind das Namensgebet, bei dem göttliche Namen als Mantra dienen, oder die Kerzenmeditation, bei der der Fokus auf einer Kerzenflamme liegt.

Bleibt zu erwähnen, dass die Vielfalt der Meditationsformen und Techniken tatsächlich so groß ist, das es unmöglich scheint, sie zu überschauen. Welche Form man für sich selber wählt, ist den eigenen Vorlieben überlassen.
Shiguri
 
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Registriert: Di 18. Aug 2009, 11:33

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