Als uralte Yoga-Art bereits in den Yoga-Sutren des Patanjali erwähnt und mit dem Raja-Yoga verwandt, ist Kriya-Yoga tief in der indischen Mythologie verwurzelt und wurde sogar von Rama und Krishna praktiziert.
Kriya-Yoga (Sanskrit für kri=handeln und ya=göttliche Seele) versteht sich als Yoga der Tat und Pfad der Liebe und Gottesverwirklichung in jedem Atemzug. Es wurde lange geheimgehalten. Erst Lahri Mahasaya verbreitete die Lehre, die sich weder als Religion per se noch als Sekte einordnen lässt, sondern als Synthese zwischen Wissenschaft und Spiritualität betrachtet wird.
In den Westen gelangte Kriya-Yoga 1920 durch Paramahamsa Yogananda, der in seinem Buch "Autobiographie eines Yogi" anschauliche Beispiele für den Nutzen des Kriya-Yoga in der modernen Zivilisation anführt.
In der Philosophie des Kriya-Yoga ist Yoga gleichzusetzen mit Leben und Einheit. Angestrebt wird die Einheit zwischen Körper, Geist und dem individuell-körperlichen sowie allumfassend-göttlichen Teil der menschlichen Seele. Der Yogi betrachtet die Schöpfungskraft als Teil jedes Menschen, der Atem ist hierbei der Katalysator um diese Kraft in jeder Handlung, jedem Gefühl und jedem Gedanken zu aktivieren.
Kriya-Yoga fördert die körperliche, geistige und spirituelle Entwicklung und erzielt langfristig die gewünschte Einheit in jedem Moment des alltäglichen Lebens sowie die Erweiterung des Bewusstseins. Die eigene, wahre Identität wird wiederentdeckt und der Yogi verwirklicht sich selbst. Dies schenkt Wissen und Erfahrung über/mit dem Schöpfer und seiner Schöpfung.
Dabei ist Kriya-Yoga als Essenz aller Religionen frei von Dogmen und Regeln.
Regelmäßiges Praktizieren führt zur vollkommenen Kontrolle über die eigene Atmung und damit zur Kontrolle über den eigenen Verstand, die eigene Gedankenwelt und das eigene Ego. Nur die vollkommene Kontrolle ermöglicht letztendlich die Selbstverwirklichung.
Schwerpunkte des Kriya-Yoga ist ein Set von Übungen, die selbst von den Schülern unter Verschluss gehalten und nicht an Laien weitergegeben werden dürfen. Die Übungen verhelfen ohne grosse Anstrengung zum höchsten yogischen Zustand, dem Nirvikalpa Samadhi.
Allgemein bekannt sind jedoch die drei Überbegriffe des Übungsset:
Tapas: Übungen, die helfen das tägliche Leben mit dem Bewusstsein des höheren Selbst zu verwirklichen
Svadhyaya: Selbststudium/ Reflexion, Studium der alten, heiligen Schriften
Ishvara Pranidhana: Gottvertrauen