Sahaya-Yoga: Religion im Extrem

Sahaya Yoga

Sahaya-Yoga: Religion im Extrem

Neuer Beitragvon Christina W. 1977 am Di 9. Jun 2009, 11:49

Sahaya-Yoga (Sanskrit für "einfach", "natürlich", "angeboren") ist eine relativ neue religiöse Art des Yoga, deren Schwerpunkt in der Meditation liegt. Sein Sekten- oder auch Kultstatus ist sehr umstritten, was aber Anhänger in keiner Weise davon abhält, die Begründerin Nirmala Srivastava, auch bekannt unter ihrem Titel "Shri Mataji Nirmala Devi" wie eine Gottheit zu verehren.

Entwickelt 1970 in Nargol/ Indien, versteht sich Sahaya-Yoga unter dem Einfluss der hinduistischen Anschauung als Lehre des subtilen Systems von Energiekanälen und Energiezentren (Nadis und Chakren). Diese sind hierbei für das körperliche, geistige, emotionale und spirituelle Wohlbefinden verantwortlich.

Nadis werden mit Teilen des vegetativen Nervensystems assoziiert. Die sieben Chakren entsprechen dagegen den Nervenplexen.

Sahaya-Yoga hebt besonders die religiöse Sicht der Chakren hervor. Sie beinhalten jeweils mehrere Aspekte des Göttlichen und integrieren ausserdem die hinduistischen Gottheiten, bedeutende Religionsbegründer und deren wesentliche Lehren.
Jedes Chakra besitzt eine bestimmte göttliche Entprechung, so wird zum Beispiel das Stirn-Chakra als Sitz von Jesus und Maria betrachtet.

Das Kundalini , deren Kraft den heiligen Geist symbolisiert, ruht entsprechend der Sahaya-Lehre im Kreuzbein und bringt durch seinen Aufstieg die Chakren ins Gleichgewicht.

Ziel des Sahaya-Yoga ist es also, Krankheiten durch die Stabilisation der Chakren zu kurieren. Höchstes Level ist das Erreichen des Nirvidar Samadhi (Zustand des gedankenfreien Bewusstseins) das, genau wie ein gesunder Körper, nur durch regelmäßige Meditation zu erreichen ist.

Unter den Praktizierende ist der Glaube verbreitet, dass sich Kundalini en masse erwecken lässt und eine spontane Selbstverwirklichung allein durch die Meditation vor einem Bildnis der Shri Mataji zu erreichen ist.

Im Alltag wird Sahaya-Yoga wie folgt praktiziert:

- Morgens und abends meditiert der Yogi im Lotussitz vor dem Bildnis von Nirmala Devi und konzentriert sich dabei auf das Sahasrara (das Scheitel-Chakra).

- Vor und nach der Meditation wird das Schutzritual (Bandhan) abgehalten.
- Unterstützt wird die Meditation durch regelmäßige Punja (hinduistische Gottesdienste), bei denen neben der spirituellen Verehrung auch materielle und finanzielle Geschenke im Vordergrund stehen. Die Einnahmen der Punja gehen an den Guru.

- Falls die Meditation nicht genügt um das Chakren-System ins Gleichgewicht zu bringen, kann auch eine spirituelle Reinigung den gewünschten Erfolg bringen. Diese beruht z. T. auf der traditionellen, indischen Volksmedizin und beinhaltet z.B. Fussbäder in Salzwasser, Eispackungen, Stockschläge auf die Fuss-Sohlen und Cremen mit Ölen und geklärter Butter und Vibrationen.

Seit 2003 existiert Sahaya-Yoga auch in organisierter Form unter dem Namen "World Council for the Advancement of Sahaya-Yoga".
Christina W. 1977
 
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