Yoga Festival 2009 unter dem Motto "Ways to Nature"

Yoga Festival 2009 unter dem Motto "Ways to Nature"

Neuer Beitragvon Laura Rost am Sa 11. Jul 2009, 19:12

Auch am neuen Standort im Kulturpark Kladow, einem landschaftlich reizvoll gelegenen Gelände umsäumt von altem Baumbestand direkt an der Havel, trafen sich vom 03. – 05 Juli 2009 wieder Tausende von Yoga Anhänger, um ihre Begeisterung für ihre Lebensweise auszudrücken und zu zelebrieren und gemeinsam das Yoga-Festival 2009 zu begehen.

Unterschiedliche Besuchergruppen kommen jedes Jahr wieder zum Yoga Festival. Einige wollen ein Wochenende lang nur Yoga machen und sich durch intensive Beschäftigung neue Aspekte ihrer körperlichen Betätigung erschließen. Das Yoga Festival bietet eine tolle Gelegenheit sich inspieren zu lassen von den vielen verschiedenen Yogastilen, die auf den Wiesen zwischen Villa und See gemeinsam praktiziert wurden. Neue Erfahrungen und Kontakte gehören dazu und das Yoga Festival bietet einen einmaligen Ort sein Netzwerk zu erweitern.

Für die sportlichen Festivalbesucher gab es besonders dieses Jahr ein so reichhaltiges und interessantes Programm zum Mitmachen, dass man sich in yogischer Gelassenheit üben musste, um nicht in Stress zu geraten und von einem Übungsplatz zum nächsten zu eilen sondern sich voll und ganz auf die jeweilige Erfahrung und den Moment einzulassen.

Für Ausgeschlafenen begann der Festivaltag am Morgen mit einer Stunde Morgenyoga mit erfrischenden, wachmachenden Übungen für Jedermann und der Tag konnte sich fortsetzen in einer Stunde Bio-Yoga am Vormittag, einer Stunde Hatha Yoga am Mittag, einem Atem-Workshop usw. Wenn man am Nachmittag noch Kraft fand und die Muskeln nicht schon schlapp machten, dann fand man sich bei einem Acro-Yoga Workshop, wo in Partnerübungen teils akrobatische Elemente ausprobiert werden konnten. Besonders beim jüngeren Publikum stieß der Workshop der Amerikanerin Jenny Sauer-Klein und ihrem Team auf großes Interesse.

Am Abend wurde es ruhiger auf dem Festivalgelände und der Tag klang aus mit Konzerten oder gemeinsamen Chanten und Mantrasingen. Musikalische Highlights gab es viele auf dem Yoga Festival 2009, besonders zu erwähnen ist Dave Stringer und seine Band, die am Samstag das Festzelt einheizte. Der ehemalige Jazzmusiker hat nach einem Indienbesuch das traditionelle Kirtansingen neu für sich entdeckt und tourt heute mit seiner begeisternden Musik durch die Welt. Die positive Wirkung von Mantrensingen und Chanten ist in der Yogacommunity bekannt und hat eine Tradition bei jeder Yoga-Veranstaltung.

Man konnte am Abend aber auch einfach zusammen an einem der Schwedenfeuer sitzen und den Feuerakrobaten im Park zusehen.

Neben den sportlich Aktiven, sah man auch viele Besucher, die ohne Sportkleidung kamen und sich einfach mal inspirieren ließen von dem bunten Treiben auf dem Festival-Gelände. Neben den erwähnten Konzerten und Meditationen, wurden vor allem auch die Vorträge verschiedener Yogameister (den sogenannten Swamis) bestens besucht.

An verschiedenen Festival-Orten, vom großen Veranstaltungszelt oder dem Seminarraum mit Diaprojektion bis hin zu einem Platz unter einem schattigen Baum sprachen die Yoga-Meister in beeindruckender Weise über die Yogische Philosophie und Lebensweise und die Möglichkeiten des Transfers in unsere moderne Zeit. Wie findet man seinen Lebensweg und was bedeutet der Begriff des Dharma oder wie können wir die göttliche Energie in allen Dingen erkennen und erleben? „Satsang“ nennt man in der Fachsprache so ein Zusammentreffen mit einem spirituellen Lehrer.

Der persönliche Kontakt war zwar bei den großen Besuchergruppen im großen Zelt nicht immer unbedingt gegeben, und es handelt sich dann eher um eine Massenveranstaltung wie z.B. bei der Gong-Meditation, die am letzten Festival-Abend noch einmal einige hundert Menschen anzog, aber es gab zwischen den Veranstaltungen genug Raum für persönliche Begegnungen.
Dass der von den Festival-Veranstaltern und den Medien seit Monaten angekündigte 99 jährige Yogameister aus Indien Swami Yogananda wegen privater Gründe nicht anreisen konnte, stiess zwar auf Unmut bei einigen Besuchern, galt er doch als das Highlight, aber bei dem vielfältigen Programm hielt die Enttäuschung nicht lange an.
Interesse fanden auch die Vorträge von Wissenschaftlern und Yogalehrern über spezielle körperliche oder gesundheitliche Aspekte wie ayurvedische Heilkräuter und Nadis (Körperelektronik) oder Nidra Yoga, eine Art Bewusstseinstraining. Besonders erfreulich an dem Berliner Festival ist, dass es Yoga nicht nur als Sport oder Trend zeigt, sondern von seiner ganzen Bandbreite, von den sportlichen bis hin zu klassischen Varianten, von der ganzheitliche Wissenschaft hin bis zur Praxis.

Zum internationalen Flair trugen beim diesjährigen Yoga-Festival seine Besucher und Vortragenden bei, die von überall her angereist kamen, aus Indien, Amerika und ganz Europa. Diese Festival-Besucher machen eine besondere Atmosphäre aus, die von Aspekten wie Offenheit, Gelassenheit, Toleranz, Respekt, Inspiration und Lebensfreude gesprägt ist. Toleranz auch im Sinne von Konfessionslosigkeit, so gilt Yoga bei uns als Lebensweg, der nicht an eine bestimmte Religion gebunden ist.

Wenn man nicht am Programm teilnahm, konnte man einfach auf dem weitläufigen Festival-Gelände umherwandeln und auch einmal mit einem Yogameister aus Indien ins Gespräch kommen. Diese leuchtenden (vielleicht auch „erleuchteten“) Gestalten in ihren orangeroten Gewändern waren wie bunte Punkte auf der Leinwand, die das Fest noch farbiger und vielfältiger machten. Sie zeigten sich besonders offen und interessiert an der deutschen Kultur und blieben dem Festival über das ganze Wochenende treu.

Die Möglichkeit auf dem Festival-Gelände in einem ausgewiesenen Bereich zu zelten, wurde sehr gut angenommen, so dass am Samstag Vormittag der Platz bereits gefüllt war. Selbst die eiskalten Duschen in einem liebevoll hergerichteten Duschzelt, trugen nicht zu Unmut sondern zur besonderen „simple ist beautiful“-Atmosphäre bei.

Der ganze Platz war sehr liebevoll dekoriert und mit allen Annehmlichkeiten für die Yogis ausgestattet. Besonders am Zeltplatz und um die Villa boten zahlreiche Stände in einem Art orientalischen Markt leckeres Essen wie Currys und Müsli-Frühstück, gesunde Snacks und Wellness-Drinks an. Besonders die Berliner Yogaschulen waren mit Informationsständen vertreten, des weiteren eine kleine Auswahl an Händlern mit Yoga-Produkten wie Kleidung, Schmuck und Wohnaccessoires.

Das Wetter spielte mit und sonniges, warmes Wetter heizte die Übungsplätze auf, so dass man beim Yoga ganz schön ins Schwitzen geraten konnte. Yoga in freier Natur, umgeben von den ursprünglichen Elementen wie Sonne, Wind und Naturgeräusche - auch das eine einmalige Erfahrung für viele Besucher. Zur Abkühlung der aufgeheizten Körper lud die Havel zum Schwimmen ein.

Das Festival wird von einem Verein in Berlin-Charlottenburg veranstaltet, der gemeinsam mit zahlreichen ehrenamtlichen Helfern in einem Kraftakt das große, jährlich stattfindende Non-Profit-Event auf die Beine stellt. Mittlerweile gilt es als größtes Yoga-Event in Europa. Freilich werden jedes Jahr die Anfragen von Sponoren zahlreicher, denn es hat sich herumgesprochen, dass das Yogafestival eine gute Plattform für Werbung im Gesundheits- und Wellnesssektor ist. Dass das Festival die ganze Familie anspricht ist nicht zu leugnen, wenn man sich die Besucher genauer ansieht, entdeckt man neben Jungen und Junggebliebenen speziell auch die neue Zielgruppe der fitten Alten.

Aber auch als Familienausflug mit Kindern war das Festival dieses Jahr ein großer Anziehungspunkt. Neben der Besucherkarte für die ganze Familie, lockte besonders wieder das ganztägige Kinderprogramm. Neben einfachen Spielmöglichkeiten, gab es viele Yoga-Workshops speziell für die Kleinen, wobei vor allem alles was mit Akrobatik und Zirkus zu tun hat, auf Begeisterung stieß.

Ein weiteres, ungeplantes Highlight stellte für viele Besucher die nächtlichen Feuerwerke anderer Veranstalter auf der gegenüberliegenden Seeseite dar. Man wurde Zeuge immer wieder neuer, überraschender Ereignisse dies- und jenseits des Flusses. Inspiration, Neugierde, Offenheit und Dankbarkeit nimmt man mit. Das Leben ist ein wunderbares Geschenk und wir zelebrieren es jeden Moment, wenn wir Yoga machen, ganz speziell an diesem Wochenende.
Laura Rost
 
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Registriert: Mi 13. Mai 2009, 20:59

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