AD(H)S ist ein schwieriges Thema. Schon die Unterscheidung zwischen ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) und AD(H)S (ADS mit zusätzlicher Hyperaktivität) gestaltet sich kompliziert. Kinder mit diesem Krankheitsbild sind auffällig - in jeder Umgebung: in der Strassenbahn, im Restaurant, auf dem Spielplatz. Sie sind laut, launisch und neigen zu überzogenen Reaktionen.
AD(H)S-Kinder ecken also an. Immer und immer wieder. Das schädigt ihr Selbstbewußtsein. Sie ziehen sich zurück oder reagieren aggressiv. Die Eltern leiden ebenso wie der Nachwuchs, da sie sich ausser mit dem anstrengenden Alltag auch noch mit ständigen Vorwürfen konfrontiert sehen: Der Sprössling sei einfach schlecht erzogen, verwöhnt oder gar vernachlässigt.
Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Krankheit nicht anerzogen sondern angeboren, und zumeist durch die Eltern vererbt ist. Bereits Anlagen bei einem Elternteil können das Ausbrechen der Krankheit verursachen, die aber leider schwer zu diagnostizieren ist.
Umsichtige Eltern, die bereits früh Anzeichen aussergewöhnlichen Verhaltens bei ihrem Kind feststellen, sorgen dafür dass es eine Ergo-Therapie erhält. Mit sechs Jahren erwartet das Kind ein Besuch beim Jugendpsychologen und schliesslich muss es nur allzu oft Ritalin oder verwandte Medikamente einnehmen.
Wie kann nun Yoga dabei helfen, dass AD(H)S-Kind zu stärken, sein Selbstbewusstsein zu steigern und den Umgang im Alltag zu erleichtern?
Sahaja-Yoga versteht sich als Kontrast-Programm zu Medikamenten und homöopathischen Substanzen, die es inzwischen in jeder Apotheke gibt. Ein australisch-britisches Forschungsteam konnte in einer sechswöchigen Studie bereits vor einiger Zeit belegen, dass Sahaja-Yoga mehrere Sinneskanäle der Kinder zugleich anspricht. Die Yoga-Haltungen (z.B. der Baum) stärken ausserdem effektiv das Gleichgewichtsgefühl.
Wichtigstes Element in der Yoga-Arbeit mit AD(H)S-Kindern ist die Struktur.Das Bewegungsbedürfnis wird nach dem Gaspedal-und-Bremse-Prinzip, also durch abwechselnd schnelle und langsame Bewegungen kanalisiert.
Positiv wirkt sich Sahaja Yoga auch in den folgenden Bereichen aus:
-Entspannung vermindert die Hyperaktivität
-die Atemfrequenz verlangsamt sich
-Bewegungsabläufe werden langsamer und kontrollierter
-die Kommunikation und Konzentration verbessern sich
-das Erinnerungsvermögen wird gestiegert
-das Selbstvertrauen wird gestärkt
-die Kinder sind ausgeglichener und weniger ängstlich
Besonders nachhaltig zeigen sich diese positiven Auswirkungen in einer Familientherapie, bei der Eltern und Kinder die Sahaja-Übungen gemeinsam absolvieren. Und auch Mutter und/oder Vater ziehen Vorteile (z.B. verminderten Stress, weniger Wut auf das Kind und weniger Konfliktgefühle) daraus. AD(H)S-Kinder sind anstrengend, und da die Eltern zumeist mindestens die Anlagen derselben Krankheit in sich tragen, neigen auch sie dazu ständig unter Hochspannung zu stehen.
Bei Interesse wenden Sie sich für weitere Informationen an Yoga-Schulen in Ihrer Region.